Weltweites Netz der Bodenstationen wird vom Kontrollzentrum ESOC in Darmstadt zentral überwacht und gesteuert
Satelliten liefern uns wertvolle Informationen und eröffnen uns neue Erkenntnisse. Dank der Erdbeobachtungssatelliten können wir beispielsweise vergleichen, welche Dimensionen das Erdbeben und der Tsunami in Japan hatten und wie sich die Lage davor und danach darstellt. Aus diesen Erkenntnissen lassen sich Handlungsmöglichkeiten für die Katastrophenhilfe ableiten. Satelliten liefern uns beispielsweise auch objektive Informationen über die Entwicklung der Regenwälder im Laufe der Zeit oder das Schmelzen der Pole und zwingen uns förmlich dazu, zu handeln. Hinter den Satelliten steht eine gewaltige Technologie und ein ebenso gewaltiger Steuerungs- und Kontrollapparat.
Imposant sind die weltweit verteilten Bodenstationen mit riesigen 15 bis 35-Meter-Antennen der ESA wie sie beispielsweise in Schweden, Belgien, Spanien, Australien oder Französisch Guayana stehen. Von hier werden die Satelliten ins Weltall geschossen. Unmittelbar nach der Trennung des Satelliten von der Trägerrakete wird dessen Steuerung von der ESOC in Darmstadt übernommen. In Darmstadt werden alle Manöver durchgeführt, die den Satelliten in seine endgültige Umlaufbahn bringen und anschließend kontinuierlich überwachen, dass er innerhalb der Routineflugbahn bleibt. „Das Kontrollzentrum in Darmstadt steht in ständigem Kontakt mit dem gesamten Bodenstationsnetz der ESA. Von hier aus kontrollieren wir die Antennen, die benutzt werden, um Kontakt mit den Satelliten her zu stellen und greifen über Fernwartung ein, wenn etwas nicht stimmt. Fällt beispielsweise an einer der Deep-Space-Antennen der Kompressor aus, der die notwendige Kühlung der Empfangsverstärker auf unter -20 Grad sicherstellt, so folgt der Dienst habende Operator in Darmstadt einem im vorhinein festgelegten Handlungsplan (Prozedur), um das Problem rechtzeitig zu beheben“, erläutert Richard van Holtz, Operations Engineer bei der ESOC. Es ist von eklatanter Wichtigkeit, dass solche Schritte in der richtigen Abfolge und zum richtigen Zeitpunkt ausgeführt werden, damit der Kontakt zu den Satelliten nicht beeinträchtigt wird.